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Egon Schiele, Der Häuserbogen ll ("Inselstadt")

Egon Schiele, Der Häuserbogen ll ("Inselstadt") © Leopold Museum, Wien, Inv. 456

Egon Schiele, Der Häuserbogen II („Inselstadt“)

1915

Der Bogen eng aneinandergebauter Häuser ist auch heute noch vom Schlossberg in Krumau (heute: Český Krumlov) aus genau zu identifizieren. Um ihn klarer herauszustellen, verzichtete Schiele auf das Häuserensemble im Hintergrund, und auch die Brücke sowie das gegenüberliegende Ufer mit der Jodokus-Kirche fehlen. Nicht die topografische Schilderung stand im Mittelpunkt, sondern die Betonung eines kubistisch anmutenden Gewebes aus geknickten Linien, positioniert auf einer inselartigen Landzunge. Zum Teil wirken die Häuser mit ihren Vorbauten, Dächern und Rauchfängen wie stereometrische Gebilde, grün- und lilafarbige Bänderungen begleiten die Fassaden. Das Gefühl der Bewegung, das der Häuserbogen erweckt, wird auch durch eine Reihe herbstlicher Bäume getragen. Wie die Grenzlinien zwischen dem Land und dem dunklen Gewässer sind alle Bäume und die Strukturen des Terrains im Bogensinn angelegt und unterstützen so den Zug der Häusermassen.

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