Egon Schiele, Selbstbildnis mit gesenktem Kopf, 1912 © Leopold Museum, Wien, Inv. 462

Egon Schiele, Selbstbildnis mit gesenktem Kopf

1912

Mit seiner völlig neuartigen, radikal-expressiven Darstellungsweise formulierte Egon Schiele zwischen 1910 und 1915 eine unverwechselbare „österreichische“ Form des Expressionismus, mit der er sich vom starken Einfluss Klimts und der Secession lossagte. Dieses grotesk-unheimlich anmutende Selbstbildnis entstand in Zusammenhang mit dem großformatigen Gemälde Eremiten. Schiele übernahm dabei sowohl Kopf- und Schulterhaltung sowie die gespreizten Finger. Durch den gebeugten Kopf treten die nach oben verdrehten Augen des Künstlers markant in den Vordergrund. Sein dunkles Antlitz leuchtet vom hellen Hintergrund hervor. Die Reihe expressiver Selbstporträts des Jahres 1912 erfuhr 1914 ihre Fortsetzung, als sich Schiele von Anton Josef Trčka fotografieren ließ. Jede einzelne Fotografie spielt effektvoll mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik.

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