Reiter

Egon Schiele, Die Eremiten

Egon Schiele | Die Eremiten | 1912 © Leopold Museum, Wien, Inv. 466

Egon Schiele, Eremiten

1912

Die zwei annähernd lebensgroßen Gestalten in diesem „Eremiten“ betitelten Gemälde sind durch das dunkle Kolorit der Gewandkutten zu einer einzigen Doppelfigur verschmolzen. Bei der linken Figur handelt es sich, durch die Physiognomie eindeutig zuordenbar, um Egon Schiele selbst, wohingegen in der zweiten Figur der Freund und Mentor Gustav Klimt – nach anderen Lesarten auch Franz von Assisi oder der Vater des Künstlers – erkannt werden kann. Egon Schiele schreibt in einem Brief an seinen Sammler und Förderer Carl Reininghaus: „Es ist nicht ein grauer Himmel, sondern eine trauernde Welt in der sich die beiden Körper bewegen, sie sind in der allein aufgewachsen, organisch aus dem Boden gekommen; diese ganze Welt soll samt den Figuren das ‚Hinfällige‘ alles Wesendlichen [!] darstellen; eine einzige verdorrte Rose die ihre weiße Unschuld ausatmet, zum Gegensatz der Kranzblumen an den beiden Köpfen.“ Schiele betont „die Unbestimmtheit der Gestalten, die, als in sich zusammengeknickt gedacht sind, Körper von Lebensüberdrüssigen, Selbstmörder, aber Körper von Empfindungsmenschen. – Sehe die beiden Gestalten gleich einer dieser Erde ähnlichen Staubwolke die sich aufbauen will und kraftlos zusammenbrechen muß.“

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