Ferdinand Georg Waldmüller, Unterbrochene Wallfahrt ("Die kranke Pilgerin"), 1858 © Leopold Museum, Wien, Inv. 481

Ferdinand Georg Waldmüller, Unterbrochene Wallfahrt (Die kranke Pilgerin)

1858

Dieses Spätwerk Ferdinand Georg Waldmüllers gilt als ein herausragendes Beispiel dafür, wie es der Künstler verstand, Sittenbild und Landschaft zu einer reizvollen Einheit zusammenzuführen. Die Szene zeigt eine bunte Schar von Pilgern, die auf einer felsigen Bergschneide in prachtvoller Umgebung anhält, um eine auf dem Boden liegende Gefährtin zu umsorgen. Waldmüller ordnet die Personen in einer Dreieckskomposition an und umrahmt sie mit detailreich ausgeführten Naturstudien. Durch das helle Licht werden Mensch und Natur zu einem harmonischen Ganzen verschmolzen. Das Bauerngenre war im Biedermeier hochgeschätzt, in  den Wiener Bürgerhäusern wurden farbenprächtige, folkloristische Darstellungen des Bauernlebens bevorzugt, statt sich mit den harten und kargen Lebensbedingungen der Landbevölkerung zu konfrontieren. Waldmüller konzentrierte sich daher auf Szenen abseits der Feldarbeit.

 

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