Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1902/04 © Leopold Museum, Wien | Vienna, Foto | Photo: Leopold Museum, Wien | Vienna/Manfred Thumberger

Richard Gerstl (1883-1908) gilt als der erste österreichische Expressionist, der noch vor Egon Schiele und Oskar Kokoschka ein Œuvre voller stilistischer Neuerungen schuf. Seine Werke brachen in ihrer abstrahierend-gestischen Manier und stilistischen Heterogenität mit den Konventionen der Zeit.

25 Jahre nach der letzten monografischen Schau in Österreich widmet das Leopold Museum dem Künstler eine umfassende Präsentation, die auf den hervorragenden Werken der eigenen Sammlung aufbaut. Zudem wird erstmals eine vertiefende Auseinandersetzung mit Vorbildern und Zeitgenossen Gerstls sowie Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart angestrebt. Mögliche Anregungen für seine ausdrucksstarke Malweise, die ihn bis an die Formauflösung führen sollten, sind in den Werken von Edvard Munch, Vincent van Gogh, Pierre Bonnard oder Lovis Corinth zu finden. Demgegenüber reicht der Bogen jener Kunstschaffenden, die bis heute vor allem Gerstls expressionistisches Spätwerk bewundern, von Martha Jungwirth über Georg Baselitz bis hin zu Paul McCarthy. Durch die Kontextualisierung von Gerstls Œuvre innerhalb der Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts werden Vergangenheit und Gegenwart miteinander kurzgeschlossen.
Die von Diethard Leopold und Hans-Peter Wipplinger kuratierte Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Kunsthaus Zug.

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