Leopold Museum © Leopold Museum, Wien, Foto: Katrin Bernsteiner

  • Unteres Atrium © Leopold Museum, Wien, Foto: Katrin Bernsteiner
  • Leopold Museum © Leopold Museum, Wien, Foto: Katrin Bernsteiner
  • Atrium © Leopold Museum, Wien, Foto: Katrin Bernsteiner
  • Laurids und Manfred Ortner © Leopold Museum

haus und architektur

Architektur: Ortner & Ortner

Der helle, mächtige, fast schwebend wirkende Würfel des Leopold Museums steht nicht parallel zum langgezogenen Museumsquartier Hauptgebäude vor ihm, sondern bildet eine parallele Achse mit dem Kunsthistorischen Museum auf der anderen Seite der Straße. Anstatt also in die alten Hofstallungen Fischer von Erlachs zu blicken, zeigt die verlängerte Linie zum Kunsthistorischen Museum eine Kontinuität auf: die Sammlung des KHM beginnt bei den Alten Ägyptern und geht bis ins 19. Jahrhundert, das Leopold Museum beginnt im 19. Jahrhundert und reicht bis zum Zweiten Weltkrieg. Wenn man bedenkt, dass das MuMok auf der anderen Seite des großen Hofes den Schwerpunkt auf die Kunst nach 1945 legt, hat man in diesem Dreieck die gesamte Kulturgeschichte der Menschheit konzentriert.

Der fast weiße Donaumuschelkalk mit dem das Leopold Museum außen und innen verkleidet ist, weist farblich auf den hellen Sandstein der Ringstraßengebäude und deren Ära hin und gleichzeitig auch auf die gesamte Donaumonarchie, die den gesellschaftlichen und historischen Rahmen der Kerngebiete der Sammlung lieferte. Rudolf Leopold entwickelte mit den oberösterreichischen Architektenbrüdern Manfred und Laurids Ortner ein Konzept, das Einblicke, Durchblicke und Ausblicke gewährte. Einblicke in die Sammlung, Durchblicke durch das Museum und die verschiedenen Säle und atemberaubende Ausblicke auf die Stadt Wien.

Das große, lichtdurchflutete Atrium bildet den zentralen Ausgangspunkt durch diesen so angenehmen Bau. Es geht zwei Stockwerke nach oben und zwei Stockwerke nach unten. Nur die Ausstellungsräume im untersten Stock sind gänzlich ohne Tageslicht und bieten sich deshalb für Grafikschauen oder modernere Kunstprojekte an. In allen Geschoßen kreisen die rechteckigen Säle um die Mitte des unteren und oberen Atriums. Beim Durchschreiten der Ausstellungsräume wird man deshalb nicht nur von der Kunst, sondern immer wieder auch durch die erwähnten spektakulären Ein- Aus- und Durchblicke überrascht.

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