GUSTAV KLIMT, Sich umarmendes Paar (Studie zum »Beethovenfries«), 1902 © Leopold Museum, Wien, Inv. 1310

Gustav Klimt, Sich umarmendes, stehendes nacktes Paar. Studie zu »Diesen Kuss der ganzen Welt« in »Beethovenfries«, 1901

Bereits im Sommer 1901 entstand in kurzer Zeit eine Vielzahl von Studien für den Beethovenfries, einem Wandfries, den Klimt aus Anlass der berühmten, von April bis Juli 1902 stattfindenden Beethovenausstellung in der Wiener Secession schuf. Die Zeichnung eines stehenden nackten Liebespaares ist eine von rund zehn bekannten Studien für die letzte Szene von Klimts Beethovenfries, die sich unmittelbar auf den Schlusschor von Beethovens 9. Symphonie »Diesen Kuss der ganzen Welt«, vertont nach Schillers »Ode an die Freude«, bezieht. Während in der Studie die Frau nur einen Arm um den Hals des Mannes legt, umschlingt sie in der endgültigen Ausführung den Mann mit beiden Armen, wodurch die Gruppe einen stärkeren horizontalen Abschluss nach oben erhielt. Die ausdrucksstarken, höchst konzentrierten Konturen der Zeichnung übernimmt Klimt auch in der Ausführung des Frieses. Auf der Vorderseite des Blattes findet sich die Initiale »R«, ein Besitzervermerk des Sammlers Carl Reininghaus, wie er auch auf zahlreichen weiteren Studien zum Beethovenfries auftaucht. Reininghaus hatte den Fries gemeinsam mit zahlreichen Vorstudien 1907 erworben und diesen dadurch vor der Zerstörung bewahrt.

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