Egon Schiele, Bildnis einer Frau mit schwarzem Haar, 1914 © Privatbesitz

  • Einblick in die Ausstellung © www.bild-it.at
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  • Egon Schiele, Kleiner Baum im Spätherbst, 1911 © Leopold Museum, Wien, Inv. 459
  • Egon Schiele, Selbstporträt mit Pfauenweste, 1911 © Ernst Ploil
  • Elke Krystufek, Ein Auftragswerk, 2009 © Courtesy Galerie Meyer Kainer, Wien, Photo Leutner
  • Günter Brus, Die letzte Nacht in den Tropen, 1988 © Günter Brus, Graz
  • Egon Schiele, Sitzender Männerakt (Selbstdarstellung), 1910 © Leopold Museum, Wien, Inv. 465
  • Rudolf Schwarzkogler, 3. Aktion 1965, Abzug für Archivio Conz Verona, 1972/73, Photo Ludwig Hoffenreich, 1965 © Privatsammlung, Wien
  • Claudia Bosse, 2011 © Leopold Museum
  • Elke Krystufek, 2011 © Leopold Museum
  • Günter Brus, 2011 © Leopold Museum
  • Franz Graf, 2011 © Leopold Museum
  • Philipp Gehmacher, 2011 © Leopold Museum
  • Rudolf Schwarzkogler als Modell, 1961/62 © MUMOK/Österreichische Ludwig Stiftung, Foto: Wilfried Klanjsek-Bratke

Melancholie und Provokation

Das Egon Schiele-Projekt

23.September 2011 - 30.Jänner 2012

verlängert bis 16. April 2012

Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums seiner Eröffnung widmet das Leopold Museum die Herbstausstellung 2011 dem Werk von Egon Schiele. Der Titel der Ausstellung »Melancholie und Provokation« verweist vor allem auf das Frühwerk des 1918 mit nur 28 Jahren verstorbenen Künstlers. Schieles erste Hauptwerke, die der Künstler ab 1910 mit nur 20 Jahren geschaffen hat, sind von einer tiefen Melancholie und Trauer, aber auch von einer Faszination am Ungewöhnlichen und Ekstatischen geprägt.

In seiner ersten Personalausstellung, die Schiele 1911 im Kunstsalon Miethke präsentierte, finden sich großteils elegische Werke, die eine dunkle, mystische Farbigkeit, eine inhaltsbetonte Schwermut und eine radikale körperliche Selbstdarstellung gleichermaßen zum Ausdruck bringen. Mit vielen seiner zwischen 1910 und 1914 entstandenen Werke stellte sich der Künstler ins Zentrum der öffentlichen Kunstkritik. Das Publikum entsetzte sich vor allem über Schieles provokante Aktdarstellungen, die durch ihre Drastik und Direktheit alle damals herrschenden Konventionen überschritten. Selbst Schieles nur um wenige Jahre älterer Kollege Oskar Kokoschka wagte kaum dermaßen provokante Darstellungen. In ihrer oft krassen Proportionalität und farbigen Kühnheit stellen Schieles Körperbilder frühe Meisterwerke des Expressionismus dar. Beispiele aus seinem künstlerischen Umfeld sowie Werke, die in einem engen thematischen Konnex stehen, sollen in der Ausstellung die Singularität von Schieles Arbeiten zusätzlich unterstreichen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Pose und Bewegung im Werk von Egon Schiele gewidmet. In den frühen Darstellungen seiner engsten Freunde und Freundinnen, etwa dem Pantomimen Erwin Dom Osen oder der Tänzerin Moa, oder auch in der höchst originellen, eigenen Posierung vor der Kamera seines Freundes Anton Josef Trčka wird Schieles Begeisterung spürbar, den menschlichen Körper inklusive des eigenen zum Gesamtkunstwerk zu verwandeln.

Die Auswahl dieser Themen sowie der ausgestellten Werke erfolgt unter der Kuratorenschaft von Elisabeth Leopold, die hier in pointierter Weise den Blick ihres Mannes, des Schiele-Sammlers und Museumsgründers Rudolf Leopold, einzubringen versteht.

Im Untertitel der Ausstellung – das Egon Schiele-Projekt – klingt an, dass sich die Schau aber nicht auf eine historische Betrachtung von Schieles Meisterwerken beschränkt. Sechs ausgewählte Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Bildende Kunst, Tanz und Performance treten in je einem eigenen Raum in einen spannenden Dialog mit dem Werk und der Persönlichkeit des exzentrischen Künstlers der Jahrhundertwende. Bis auf den 1969 verstorbenen Wiener Aktionisten Rudolf Schwarzkogler handelt es sich dabei um lebende KünstlerInnen, deren Werke innerhalb der zeitgenössischen Kunstszene ein markantes Profil aufweisen.

Es sind dies:
• Rudolf Schwarzkogler (kuratiert von Hubert Klocker)
• Günter Brus
• Elke Krystufek
• Franz Graf
• Claudia Bosse
• Philipp Gehmacher

Kuratiert wird dieser Teil der Ausstellung von Diethard Leopold. Als Psychotherapeut, Ausstellungskurator (Wien 1900, Otto Muehl), Sohn und Biograf des Sammlerpaares Elisabeth und Rudolf Leopold, ist aus seiner Hand eine Sehweise zu erwarten, die neue, von der herkömmlichen kunsthistorischen Analyse möglicherweise abweichende Akzente setzt.

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