RICHARD GERSTL, Bildnis Waldemar Unger II, 1902/03 © Leopold Museum, Wien, Foto: Auktionshaus im Kinsky GmbH, Wien
Wiener Geschichten - Leopold Museum Blog
VOM WACHSEN
EINER SAMMLUNG
Neuerwerbungen
im Leopold Museum
Die Erweiterung der Sammlung zählt seit der Gründung des Leopold Museum zu den zentralen Aufgaben des Hauses. Dies entspricht den Grundsätzen des International Council of Museums (ICOM), dem zufolge Museen ihr kulturelles Erbe bewahren und erweitern sollen. Jede Neuerwerbung – sei es durch Ankauf oder Schenkung – dient daher nicht nur der Vergrößerung des Bestands, sondern einem vertieften Verständnis der eigenen Sammlungsschwerpunkte. Gerade in den vergangenen Jahren haben bedeutende Schenkungen diesen Weg maßgeblich bereichert.
Die Grundlage für diese beeindruckende Sammlung wurde von Rudolf und Elisabeth Leopold geschaffen. In den späten 1940er-Jahren begann Rudolf Leopold, damals noch Medizinstudent, intensiv Kunst zu sammeln. Bald entdeckte er das Werk Egon Schieles für sich, eines Künstlers, der zu dieser Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten war. Aus dieser frühen Leidenschaft entstand im Laufe von fünf Jahrzehnten die heute weltweit umfassendste und bedeutendste Schiele-Sammlung mit knapp 300 Werken, darunter 48 Gemälde.
Das Interesse des Sammlerpaares ging jedoch weit über Egon Schiele hinaus. Werke von Gustav Klimt, Richard Gerstl, Oskar Kokoschka, Alfred Kubin sowie bedeutende Positionen der österreichischen Malerei des 19. Jahrhunderts – darunter Ferdinand Georg Waldmüller, Emil Jakob Schindler oder Anton Romako – bilden die Säulen der Sammlung. Ergänzt wird dieses Spektrum durch bedeutende Werke des Jugendstils und der Wiener Werkstätte, darunter Möbel und Kunstgewerbe von Josef Hoffmann und Koloman Moser.
Die Sammlung wurde als umfassendes Panorama der österreichischen Kunst von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Moderne konzipiert – ein Anspruch, der die Sammlungspolitik des Museums bis heute prägt.
1994 brachten Rudolf und Elisabeth Leopold ihre rund 5.000 Werke umfassende Privatsammlung in eine gemeinnützige Stiftung ein – eine richtungsweisende Partnerschaft zwischen privatem Engagement und staatlicher Unterstützung durch die Republik Österreich und die Oesterreichische Nationalbank. Mit der Eröffnung des Leopold Museum im MuseumsQuartier im Jahr 2001 wurde die Sammlung dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Bis heute setzt das Museum diese Geschichte fort. Neuerwerbungen dienen dazu, die kunsthistorischen Linien innerhalb der Sammlung zu schärfen, bisher weniger beleuchtete Aspekte der Wiener Moderne hervorzuheben und das Verständnis jener Epoche zu vertiefen, der Rudolf Leopold sein Leben widmete. Jede neu hinzukommende Arbeit fügt sich in diese einzigartige Sammlung ein und erweitert den Blick auf die österreichische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.
Weitere Neuerwerbungen kann man in der Online Sammlung entdecken!
