Wien 1900 Ausstellungsübersicht © Leopold Museum

  • George Minne, Kniender Knabe, 1897 © Leopold Museum, Wien, Inv. 4596
  • Koloman Moser, Ringelblumen, 1909 © Leopold Museum, Wien, Inv. 151
  • Kolomann Moser, Venus in der Grotte, um 1914 © Leopold Museum, Wien, Inv. 1999
  • Richard Gerstl, Bildnis Henryka Cohn, 1908 © Leopold Museum, Wien,  Inv. 650
  • Oskar Kokoschka, Tre Croci - Dolomitenlandschaft, 1913 © Leopold Museum, Wien, Inv. 624
  • Richard Gerstl, Selbstbildnis als Halbakt, 1904/05 © Leopold Museum, Wien, Inv. 637
  • Egon Schiele, Liegender Knabe (Erich Lederer), 1913 © Leopold Museum, Wien, Inv.Nr. 1408
  • Kolomann Moser, Intarsierter Schrank aus dem Schlafzimmer der Wohnung Eisler von Terramare, 1903 © Leopold Museum, Wien, Inv.Nr. 4150
  • Oskar Kokoschka, Plakat für einen Vortrag im »Akademischen Verband für Literatur und Musik«, 1911 © Fondation, Oskar Kokoschka / VBK Wien, 2008, Inv. Nr. 2973
  • Michael Powolny, Flötender Putto, um 1910 © Leopold Museum, Wien, Inv.Nr. 4292
  • Berthold Löffler, Plakat zum »Kaiser-Jubiläums- Huldigungs-Festzug, 1908«, 1908 © Leopold Museum, Wien, Inv. 3047
  • Gustav Klimt, Tod und Leben, 1910/15 © Leopold Museum, Wien, Inv. 630
  • Ferdinand Andri, Plakat zur 10. Ausstellung der Wiener Secession, 1901 © Leopold Museum, Wien, Inv. 3036
  • Richard Gerstl, Paar im Grünen, 1908 © Leopold Museum, Wien, Inv. 645
  • Wien 1900 Ausstellungsübersicht © Leopold Museum

Wien 1900 und Jugendstil

Wien 1900

Wie das konservative und kulturell etwas verschlafene Wien des 19. Jahrhunderts um die Jahrhundertwende plötzlich zu einer der kreativsten Metropolen der Welt werden konnte, ist bis heute nicht ganz geklärt. Ein Grund dafür könnte sein, dass im Unterschied zu den vergleichsweise abgeschlossenen beruflichen Gruppen der anderen europäischen Zentren der Zusammenhalt der Geisteselite in der Habsburgerhauptstadt bis kurz nach der Jahrhundertwende sehr stark war. Die Errungenschaften der Moderne konnten sich damit innerhalb kürzester Zeit in allen Lebensbereichen, von Malerei, Literatur und Musik, bis zur Medizin und Rechtssprechung verbreiten und dem angeschlagenen Habsburgerreich ein letztes Mal ein großartiges Aufbäumen bescheren.

In der österreichischen Kunst gilt das Jahr 1897 mit der Gründung der Wiener Secession als Geburtsstunde der Moderne. Neunzehn Künstler traten am 24. Mai 1897 unter der Führung von Gustav Klimt aus dem traditionellen Künstlerhaus aus und gründeten die „Vereinigung bildender Künstler Österreichs, Secession“. Man wollte sich nicht mehr dem vorherrschenden historistischen Geschmack und politischen Willen beugen. Durch die Zeitschrift Ver Sacrum hatte man ein weitreichendes Sprachrohr für die Moderne Kunst, und das 1898 eröffnete Secessions-Gebäude bot jungen Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke einem großen Publikum zu präsentieren. Man wollte die Wiener und Wienerinnen aktiv zur modernen Kunst erziehen, organisierte große internationale Ausstellungen und brachte erstmals Künstler wie van Gogh oder die französischen Impressionisten nach Wien. Das ganze Leben sollte mit Kunst durchdrungen werden, das Kunsthandwerk wurde der Malerei und Skulptur als gleichberechtigt gegenübergestellt. Sowohl Architekten als auch Maler setzen ihr Talent immer wieder auch als Designer der verschiedensten Objekte ein. Der Wiener Jugendstil prangte somit bald von Plakatwänden, gestaltete ganze Gotteshäuser und verschönerte Privatwohnungen. Ziel war ein Gesamtkunstwerk, welches das Leben verschönern und den Menschen im besten Fall in einen paradiesischen Zustand versetzen sollte.

Da Werke auf Papier sehr lichtempfindlich sind, können jegliche Art von Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafiken nicht dauerhaft ausgestellt werden. Abgesehen von Sonderausstellungen, in denen Arbeiten auf Papier vorübergehend gezeigt werden können, befinden sich diese Objekte im Depot und sind den MuseumsbesucherInnen nicht zugänglich. Wir bedauern dies und bitten dafür um Verständnis. Sollten Sie an einer bestimmten Grafik Interesse haben, wenden Sie sich bitte an das Museum, um zu erfragen ob diese gerade ausgestellt ist.

Jugendstil

„Anfangs hatten wir freilich mit dem starken Konservatismus der großen Wiener Firmen zu kämpfen gehabt, wir mussten ihnen unsere Entwürfe geradezu aufdrängen, verlangten kein Honorar, sondern bloß Tantiemen. Aber plötzlich begann das Publikum an den neuartigen Möbeln und Stoffen und Bucheinbänden Gefallen zu finden, und nun konnten die Geschäfte nicht genug Sezessionistisches haben.“ So erinnerte sich Kolo Moser an die explodierende Nachfrage nach Jugendstilmotiven um 1900.

Dieser „Jugendstil“ war Teil einer gesamteuropäischen Kunstströmung, die in Großbritannien als „Modern Style“ und in Frankreich als „l’art nouveau“ bekannt wurde. Der Jugendstil sah sich meist als Gegenbewegung des vergangene Kunstrichtungen nachahmenden Historismus’. Mit dekorativ geschwungenen Linien und floralen Ornamenten schaffte man nicht nur einzelne Kunstwerke, sondern ganze Gesamtkunstwerke. Jugendstil-Gebäude wurden mit passenden Jugendstil-Möbeln, Tapeten, Teppichen und Bildern, eingerichtet und von Leuten, gekleidet in Jugendstil-Mode samt Jugendstil-Schmuck, die aus Jugendstil-Geschirr essen, bewohnt. Man strebte eine Verschmelzung von Kunst und Alltag an, wobei nichts vernachlässigt wurde.

Kolo Moser prägte den österreichischen Jugendstil als vielfältiger Designer stark, war Graphiker der Zeitschrift Ver Sacrum und entwarf sogar den Briefkopf und das Signet der Wiener Secession. Das Plakat zur ersten Ausstellung der Wiener Sezession stammte jedoch von Gustav Klimt und ist in seiner Reduktion ein wegbereitendes Werk für die Druckkunst des Jugendstils. Den Einfluss Gustav Klimts findet man auch stark in den frühen Werken der Wiener Werkstätte, die von Beginn an revolutionäre Schmuckentwürfe entwickelte, die mit der Tradition radikal brachen: Was zählte, war die künstlerische Idee und nicht der materielle Wert. Gustav Klimt, der selbst Muster und Ornamente für Gebrauchskunst entwarf, war ein guter Kunde der eleganten Schmuckstücke der Wiener Werkstätte, die er gerne und häufig seiner Emilie Flöge schenkte, die nicht nur dadurch zu einer Ikone des Jugendstils wurde.

Zur Ausstellung Wien 1900

Das Leopold Museum bietet seinen BesucherInnen überdies ein reiches Angebot an verschiedensten Sonderausstellungen, die nicht selten auf mehrere Etagen des Hauses aufgeteilt sind. Dadurch ist es aus Platzgründen nicht möglich, den reichhaltigen Bestand der Leopold Museum-Privatstiftung in seinem ganzen Umfang im Leopold Museum dauerhaft zu präsentieren. Da das Museum zudem einen regen Leihverkehr mit anderen Museen und Sammlungen betreibt, kommt es immer wieder auch zu kurzfristigen Veränderungen in der Sammlungspräsentation. Wir bitten dafür um Verständnis.

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