Egon Schiele, Selbstporträt mit Lampionfrüchten, 1912 © Leopold Museum, Wien, Inv. 454

  • Portrait Egon Schiele © IMAGNO/Öst. Volkshochschularchiv
  • Porträt von Egon Schiele aus dem Jahr 1915 vor seinem Spiegel im Hietzinger Atelier, im Hintergrund das Gemälde »Tod und Mädchen« © Privatbesitz (Foto: Johannes Fischer)
  • Egon Schiele, Bildnis Wally Neuzil, 1912 © Leopold Museum, Wien, Inv. 453
  • Egon Schiele, Moa, 1911 © Leopold Museum, Wien, Inv. 2310
  • Egon Schiele, Edith Schiele in gestreiftem Kleid, sitzend, 1915 © Leopold Museum, Wien, Inv. 4147
  • Egon Schiele, Der Häuserbogen II, 1915 © Leopold Museum, Wien, Inv. 456
  • Egon Schiele, Kardinal und Nonne, 1912 © Leopold Museum, Wien, Inv. 455
  • Egon Schiele, Gedicht »Ein Selbstbild«, 1910 © Leopold Museum, Wien, Inv. 4495
  • Egon Schiele, Gedicht »Nasser Abend«, 1910 © Leopold Museum, Wien, Inv. 4493
  • Portrait Egon Schiele © IMAGNO/Austrian Archives
  • Egon Schiele, Liegender Knabe (Erich Lederer), 1913 © Leopold Museum, Wien, Inv.Nr. 1408
  • Egon Schiele, »Selbstseher« II (»Tod und Mann«), 1911 © Leopold Museum, Wien, Inv.Nr. 451
  • Raumansicht Egon Schiele © Bildit
  • Raumansicht Egon Schiele © Bildit
  • Raumansicht Egon Schiele © Bildit
  • Raumansicht Egon Schiele © Bildit

Egon Schiele

Das Leopold Museum verfügt mit 41 Gemälden und 188 Arbeiten auf Papier über die weltweit größte und bedeutendste Sammlung an Werken von Egon Schiele.

Als Egon Schiele 1918 mit nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe starb, galt er vielen als der wichtigste österreichische Künstler seiner Zeit. In den Wirren der darauffolgenden Jahrzehnte geriet er jedoch immer mehr in Vergessenheit, bis er schließlich als „entarteter Künstler“ völlig von der Bildfläche verschwand. Als Rudolf Leopold am Beginn der 1950er Jahre erstmals Werke von Egon Schiele sah und sofort bemerkte, dass dieser in Qualität, Emotionalität und auch technischer Meisterschaft durchaus mit den großen Alten Meistern mithalten konnte, änderte sich das Leben des jungen Augenarztes von Grund auf. Von nun an widmete er sich bedingungslos und voller Leidenschaft dem Sammeln und Vermitteln von Kunst. Am freien Markt waren damals noch viele Gemälde und Blätter von Egon Schiele erhältlich und sogar erschwinglich, wenngleich auch nicht ganz billig: ein großformatiges Ölgemälde war in etwa so viel wert wie ein neues Auto. Das ist natürlich nichts im Vergleich zu den vielen Millionen Euro, die heutzutage für so ein Gemälde bezahlt werden müssten. An Schieles weltweiten Ruhm und der internationalen Wertschätzung, die diesem entgegengebracht wird, war Rudolf Leopold maßgeblich beteiligt.

Das Leopold Museum beherbergt neben den Ölgemälden und Graphiken Schieles auch noch das Egon-Schiele-Dokumentationszentrum, welches das Werk des großen Künstlers wissenschaftlich aufarbeitet und auch zahlreiche Autographen besitzt. Erstmals rückt so auch das lyrische Werk Schieles in das Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit.

Schiele als Lyriker

Während Schieles bildnerisches Werk zu Lebzeiten schon einen ansehnlichen Bekanntheitsgrad erlangte, blieb sein dichterisches Schaffen lange Zeit unbeachtet, obwohl dieses als expressionistische Dichtung durchaus bedeutsam ist. Die Originale von Schieles Gedichten finden sich zu einem großen Teil in der Sammlung Leopold. Viele der Briefe und Gedichte Egon Schieles sind vom Künstler fast zu grafischen Kunstwerken gestaltet. Die Themen ähneln denen seiner Bilder: es sind persönliche Visionen von größter Ausdruckskraft, voll Farbigkeit und Unmittelbarkeit. Ungewöhnliche Wortkombinationen und Wortschöpfungen, grammatikalisch unvollständige Sätze und grafisch gesetzte Gedankenstriche prägen diese ungewöhnlich atmosphärische Sprache. Schiele will in seinen Texten beispielsweise „dunkle Wasser kosten“, „wilde Lüfte sehen“, „weiße Wolken bauen“ oder er kreiert „Regenbogenfarbenschaum“, „Wettlaufalleen“ oder ein „Windwinterland“. Die seelische Bedrängtheit seiner bildnerischen Welt äußert sich auch im literarischen Werk eruptiv: „Lebensüberschuss“ und „Qual des Denkens“ sind genauso präsent wie auch dunkle Mächte: „Dämone! – brecht die Gewalt! – Eure Sprache, - Eure Zeichen, - Eure Macht!“, ruft Egon Schiele aus. Die Skala seiner widersprüchlichen Gefühle gipfelt in der paradoxen und endgültigen Feststellung: „Alles ist lebend tot“.

Da Werke auf Papier sehr lichtempfindlich sind, können jegliche Art von Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafiken nicht dauerhaft ausgestellt werden. Abgesehen von Sonderausstellungen, in denen Arbeiten auf Papier vorübergehend gezeigt werden können, befinden sich diese Objekte im Depot und sind den MuseumsbesucherInnen nicht zugänglich. Wir bedauern dies und bitten dafür um Verständnis. Sollten Sie an einer bestimmten Grafik Interesse haben, wenden Sie sich bitte an das Museum, um zu erfragen ob diese gerade ausgestellt ist.

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