Rudolf Leopold © Leopold Museum, Wien

  • Rudolf Leopold vor "Kardinal und Nonne" © Leopold Museum
  • Rudolf Leopold vor "Versinkende Sonne" © Leopold Museum
  • Rudolf Leopold vor "Tod und Leben" © Leopold Museum
  • Rudolf Leopold © Leopold Museum
  • Rudolf Leopold © Leopold Museum

der sammler rudolf leopold

Als der große Kunstsammler und Mäzen Rudolf Leopold am 29. Juni 2010 im Alter von 85 Jahren als Direktor des Museums, das seinen Namen trägt, starb, hinterließ er ein einzigartiges Lebenswerk. Das Sammeln von Kunst war sein Lebensinhalt. Diese Besessenheit beschränkte sich bei weitem nicht nur auf das Wiener Fin de siècle, sondern betraf auch Altmeisterliches, bemalte Bauernschränke, Glas oder gotische Mörser.

Als Leopold als junger Medizinstudent mit 22 Jahren des erste Mal das Kunsthistorische Museum besuchte, war er so überwältigt, dass er beschloss, Kunstgeschichte zu studieren und selbst eine Kunstsammlung anzulegen. Da die Alten Meister natürlich viel zu teuer waren, erwarb er anfangs vor allem Werke des 19. Jahrhunderts. Als er jedoch zufällig auf den damals weitgehend in Vergessenheit geratenen, früh verstorbenen Künstler Egon Schiele stieß, erkannte er, dass dieser den großen Alten Meistern ebenbürtig war und darüber hinaus mit seinen Themen die Gegenwart berührte. Über die Jahre hinweg entstand so die größte und wichtigste Schiele Sammlung der Welt. Nicht zuletzt waren es die Schiele-Bilder der Sammlung Leopold, die immer wieder in Museen und Ausstellungshallen auf der ganzen Welt gezeigt wurden, die Egon Schiele international bekannt machten und in die erste Reihe der europäischen Künstler rückten. Die nach jahrelanger Arbeit 1972 erschienene Schiele-Monographie Leopolds mit einem wissenschaftlichen Werkverzeichnis der Gemälde und einem ersten Motivnachweis ist ein bis heute unerreichtes Standardwerk.

Prof. Rudolf Leopold kämpfte jedoch nicht nur für Egon Schiele, sondern genauso unermüdlich auch für die Anerkennung von dessen Zeitgenossen. Innerhalb von fünf Jahrzehnten trug er, immer unterstützt von seiner Frau und Partnerin Dr. Elisabeth Leopold, eine einzigartige Sammlung von über 5200 Kunstwerken zusammen, die 1994 in die Leopold Museum-Privatstiftung eingebracht wurde. Heute genießt das Leopold Museum Weltruf und ist zu einer Hauptattraktion von Wien geworden.

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