Egon Schiele, Gustav Klimt im blauen Malerkittel, 1913 © Privatbesitz

Egon Schiele, Gustav Klimt im blauen Malerkittel, 1913

Die Zeichnung und die Farbe dieses von Schiele angefertigten Bleistiftporträts des Malers Gustav Klimt konzentrieren sich auf die Partie des Kopfes und der Schultern, der Rest der Figur wird lediglich in summarischer Kontur angedeutet. Bei aller Dominanz der Zeichnung durfte Schiele jedoch gerade in diesem Blatt auf die Farbe nicht verzichten. Denn er musste unbedingt Klimts aus dunkelblauem Stoff gearbeiteten Malerkittel farbig darstellen, gehörte doch dieser Mantel genauso untrennbar zu Klimts Auftreten wie sein gekrauster »Apostelkopf« uns sein Vollbart. Schiele übersieht in seiner Zeichnung auch nicht Klimts charakteristischen hochgezogenen Stirnfalten sowie den kräftigen Nacken. Doch verändert sich unter Schieles Hand Klimts tatsächliche Physiognomie unweigerlich zu einer typisch »Schielesken« Gestalt. Abweichend von seinem tatsächlichen Äußeren verleiht Schiele seinem Förderer hagere, längliche Gesichtszügen, große, melancholische Augen und vor allem langgliedrige Hände, die in die für Schiele typische Position mit abgespreizten Fingern gebracht werden.

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