Egon Schiele, Herbstbaum in bewegter Luft (»Winterbaum«), 1912 © Leopold Museum, Wien, Inv. 449

Egon Schiele, Herbstbaum in bewegter Luft (»Winterbaum«), 1912

Schieles Herbstbäume sind Allegorien auf den Menschen. Er zeigt einen hell gekalkten Baumstamm von dem sich vor dem Hintergrund weiß-grauer Wolkenformationen größere und kleinere Äste zu einer Baumkrone formieren. Die dunkle Hügelkette isoliert den sensibel gemalten Wolkenhimmel vom ockerfarbenen Erdboden. Die ungleich geformten Äste symbolisieren verschiedene Lebensumstände: Hauptäste beugen sich vom Sturm gepeitscht, dünnere Äste flattern im Wind und andere wiederum hängen kraftlos herab. Neben der überzeugenden Darstellung eines windbewegten Vorwintertages – Schiele bezeichnet das Bild selbst als »Winterbaum« – gelingt ihm ein treffendes Gleichnis vom Leben.

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