Egon Schiele, Selbstbildnis mit gesenktem Kopf, 1912 © Leopold Museum, Wien, Inv. 462

Egon Schiele, Selbstbildnis mit gesenktem Kopf, 1912

Dieses grotesk-unheimlich anmutende Selbstbildnis entstand in Zusammenhang mit dem großformatigen Gemälde »Die Eremiten«. Schiele übernimmt dabei die Kopfhaltung und die ähnlich gespreizten Finger. Schieles Kopf ist gebeugt, die Augen sind nach oben verdreht, sodass das Weiß der Augen im sonst dunklen Antlitz wie eine Mondsichel zum Vorschein kommt. Der dunkle Kopf mit den eingefallenen Wangen leuchtet vom hellen Hintergrund hervor. Die Reihe expressiver Selbstporträts des Jahres 1912 erfährt 1914 ihre Fortsetzung, als sich Schiele von Anton Josef Trčka (Pseudonym: ANTIOS) fotografieren lässt. Jede einzelne Fotografie ist überlegt konstruiert und spielt effektvoll mit exzentrischer Gestik und Mimik.

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