Gustav Klimt, Attersee, 1900 © Leopold Museum, Wien, Inv. 4148

  • Atterseeprojekt © Leopold Museum

Gustav Klimt, Attersee

Einen „Rahmen voller Seewasser“ nannte ein zeitgenössischer Kunstkritiker Gustav Klimts Atterseegemälde aus dem Jahr 1900. Obwohl einige Kommentatoren meinen, dass dieses Seebild schon nahezu abstrakt ist, schaffte es Klimt gerade durch die radikale Reduktion, die tatsächlich existierende Stimmung des Sees auf die Leinwand zu bannen.

Durch kurze, prägnant gesetzte Pinselstriche in leuchtenden „Atterseefarben“ erzeugt er eine sanfte Strömung, die das Auge zur Insel rechts oben führt. Klimt gibt diese Insel, auf der man 1616 beim Bau eines neuen Turmes sogar einen Römerstein fand, der Natur zurück, indem er alles vom Menschen geschaffene im Gemälde entfernt. Sowohl das real darauf existierende Schloss Litzlberg als auch der Steg dorthin kommen im Bild nicht vor. Der See bleibt unberührte Schöpfung, die aus dem Bild hinaus ins Unendliche zu fließen scheint.

Gustav Klimts Gemälde „Attersee“ wird wie nahezu alle seine Landschaftsbilder im Zuge der langen Sommeraufenthalte des Künstlers im Kreis der Familie Flöge am Attersee gemalt. Bei seinen Aufenthalten arbeitet Klimt viel in der freien Natur und benutzt hierzu Skizzenbücher, die leider heute bis auf wenige Ausnahmen verschollen sind.

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