Gustav Klimt, Studie zum Gemälde "Judith ll", um 1908 © Leopold Museum, Wien, Inv. 1376

Gustav Klimt, Studie zum Gemälde "Judith II"

Da Gustav Klimt bereits zu Lebzeiten als größter österreichischer Künstler galt, konnte er es sich leisten, in seinem Atelier junge, schöne Modelle um sich zu scharen, mit denen er angeblich zwölf uneheliche Kinder zeugte. Sobald ihm eine Pose eines der Modelle gefiel, skizzierte er diese und bereitete so seine Porträts und symbolistischen Darstellungen sorgfältig mit Hilfe einer Vielzahl von Bleistiftstudien vor. Er spielte damit alle möglichen Varianten einer Position durch, um schließlich die optimale auf Leinwand bannen zu können. Grafiken haben bei Klimt meist vorbereitenden Skizzencharakter, die sich oft sehr vom schließlich gewählten Sujet unterscheiden können. Das sieht man auch an dieser Studie zum Gemälde Judith II, das sich heute in der Galleria d’Arte Moderna in Venedig befindet, und das überhaupt nichts mehr von der feurigen Bewegung der Vorstudie erahnen lässt. Ausgangspunkt für das ausgeführte Gemälde war aber anscheinend die vorliegende Darstellung einer Flamencotänzerin, die in rasant tänzerischen Bewegungen aus dem Blatt zu schreiten scheint. Klimt hebt den Gegensatz zwischen den weißen, nackten Schultern und dem schwarzen, mit roten Rüschen verzierten Tanzkleid pointiert hervor. Es ist dies eine der wenigen farbigen Arbeiten auf Papier, die Gustav Klimt angefertigt hat.

Da Werke auf Papier sehr lichtempfindlich sind, können jegliche Art von Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafiken nicht dauerhaft ausgestellt werden. Abgesehen von Sonderausstellungen, in denen Arbeiten auf Papier vorübergehend gezeigt werden können, befinden sich diese Objekte im Depot und sind den MuseumsbesucherInnen nicht zugänglich. Wir bedauern dies und bitten dafür um Verständnis. Sollten Sie an einer bestimmten Grafik Interesse haben, wenden Sie sich bitte an das Museum, um zu erfragen ob diese gerade ausgestellt ist.

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