Oskar Kokoschka, Tre Croci - Dolomitenlandschaft, 1913 © Leopold Museum, Wien, Inv. 624

Oskar Kokoschka, Tre Croci - Dolomitenlandschaft

Über ihre Reise mit Oskar Kokoschka im August 1913 schrieb seine damalige Geliebte Alma Mahler in ihr Tagebuch: „In Tre Croci war unser Leben nur auf seine Arbeit gestellt. ... Die Sommersonne über den Gletschern! Ich konnte heute früh das Gefühl nicht loswerden: ich verdiene diese Gnade gar nicht. Kokoschka soll arbeiten! Er ist dazu auf die Welt gekommen. Das Leben interessiert ihn gar nicht...“

Die Szenerie der Landschaft im Gemälde wirkt wie verzaubert. Das hauptsächlich in Grün gehaltene Kolorit, die schroffen, dunklen Konturen und die geheimnisvolle Lichtsituation unterstreichen diesen Eindruck. Die Skizzen zu dem Bild tragen den Untertitel „Nach dem Gewitter“. Obwohl Alma Mahler auf dem Landschaftsbild nicht zu sehen ist, ist sie doch irgendwie präsent. Den stilistischen Höhepunkt der Phase, in der die „Dolomitenlandschaft“ entstanden ist, bildet das 1914 entstandene Gemälde der „Windsbraut“, das heute im Kunstmuseum Basel zu sehen ist. In diesem Bild liegen Alma Mahler und Oskar Kokoschka, zärtlich aneinandergeschmiegt vor einer Landschaft, die exakt der hier im Gemälde gezeigten Dolomitenlandschaft entspricht. Elisabeth Leopold, die Gattin des Museumsgründers Rudolf Leopold, nennt dieses Gemälde, das eines ihrer Lieblingsbilder ist, treffend „eine Symphonie der Grüntöne“.

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