15 Jahre „Freunde des Leopold Museum“ — Leopold Museum-Direktor Hans-Peter Wipplinger würdigt Freundeverein

11.10.2016

Wipplinger: „Freundeverein wichtiger Faktor des weit über die Grenzen der Stadt ausstrahlenden Erfolges des Leopold Museum“

Sein bereits 15-jähriges Bestehen feiert im Jahr 2016 nicht nur das 2001 eröffnete Leopold Museum, sondern auch dessen Freundeverein. Die „Freunde des Leopold Museum“ luden zu diesem Anlass am Abend des 6. Oktober Vereinsmitglieder und Gäste zu einer feierlichen Jubiläumsveranstaltung in das Untere Atrium des Leopold Museum.

Hans Raumauf, Präsident des Leopold Museum-Freundevereins, eröffnete den Reigen der Festreden zur Jubiläumsveranstaltung. Er erinnerte an ein besonderes Jahr, das nicht nur aufgrund der Eröffnung des Leopold Museum sondern auch wegen der Gründung der Freunde des Museums in Erinnerung sei. Darüber hinaus betreuen 25 Mitglieder des Freundevereins unentgeltlich den Infostand des Museums, was jährlich 2500 ehrenamtlich geleisteten Stunden entspricht.

Der Präsident berichtete weiters von den vielfältigen Aktivitäten der Freunde: „Mittlerweile mehr als 650 Mitglieder zählt der Verein. 70 Reisen und Ausflüge zu Kunstschätzen und Sonderausstellungen in Kulturzentren in Österreich und vielen weiteren europäischen Ländern wurden unternommen, 270 Führungen und Previews zu Sonderausstellungen im Leopold Museum und anderen Wiener Museen besucht. 65 Vorträge, Seminare, Lesungen und Atelierbesuche, u.a. bei Arik Brauer, Hermann Nitsch, Anton Lehmden, Franz Xaver Ölzant oder Robert Hammerstiel sind ein weiterer Teil der beeindruckenden Bilanz.“

Die „Freunde des Leopold Museum“ fördern die Projekte des Museum bisher mit mehr als 200.000.- Euro. Aktuell wird die Restaurierung einer Tischlampe des Künstlers und Wiener Werkstätte-Mitgliedes Dagobert Peche (1887—1923) aus dem Jahr 1921 unterstützt.

Als Höhepunkt des Abends überreichte Freunde-Präsident Hans Raumauf dem künstlerischen Direktor des Leopold Museum Hans-Peter Wipplinger eine seltene, 1914 entstandene, den Kunstsammler Franz Hauer darstellende Radierung von Egon Schiele (1890—1914), aus der Mappe „Das Graphische Werk von Egon Schiele“.

Leopold Museum-Direktor Hans-Peter Wipplinger bezeichnete in seiner Festrede das Leopold Museum als „einen der kulturellen Leuchttürme Wiens, dessen Licht aufgrund seiner Relevanz und der ihm entgegengebrachten Wertschätzung weit über die Grenzen unserer Stadt ausstrahlt“.

Wipplinger hob die zentrale Rolle als „identitätsstiftende und lebendige Kunstinstitution“ hervor, dessen Geschichte mit dem großen Sammler und Stifter Prof. Rudolf Leopold und seiner Frau Elisabeth Leopold untrennbar verbunden sei.

Und Rudolf und Elisabeth Leopold gelten, so Hans-Peter Wipplinger, „nicht nur als Stifter, sondern im besten Sinn des Wortes als Anstifter. Anstifter für ein bürgerliches Engagement in Sachen Kunst mit all seinem geistigen und kulturellen Mehrwert, der neue Horizonte eröffnet und neue Perspektiven bietet“.

Einen besonderen Dank richtete Hans-Peter Wipplinger anlässlich der Veranstaltung an den Freundeverein, dessen Unterstützung des Leopold Museum seit nunmehr 15 Jahren von einem hohen Vertrauen in die Arbeit des Museums zeuge. Wipplinger zu den „Freunden des Leopold Museum“: „Ich möchte mich für Ihre Begeisterung und persönliche Unterstützung für die gemeinsame Idee bedanken, diesem herausragenden Museum auch in Zukunft begleitend zur Seite zu stehen, um ein weiteres Wachstum und die Lebendigkeit für dieses Haus zu gewährleisten.“

Freundevereins-Gründungsmitglied Elisabeth Leopold erinnerte anlässlich der Feier an wichtige Stationen ihres Lebens. Von der Geburt 1926 über das Kennenlernen ihres späteren Mannes Rudolf Leopold im Jahr 1946 oder die von Willem Sandberg initiierte Ausstellung österreichischer Kunst im Jahr 1956, bei der u.a. im Amsterdamer Stedelijk Museum erstmal nach dem Krieg Egon Schiele in Europa ein Forum geboten wurde. Rudolf Leopold selbst war eingeladen worden die Schiele-Zusammenstellung vorzunehmen und hatte aus seiner bereits beachtlichen und viele Hauptwerke Schieles umfassenden Sammlung, darunter die „Eremiten“ oder „Blinde Mutter“, eine Auswahl getroffen.

Die Aufzählung fortsetzend lenkte Elisabeth Leopold den Blick auf das Jahr 1965, als im New Yorker Guggenheim-Museum die erste Schiele- und Klimt-Ausstellung in Amerika maßgeblich unterstützt wurde. 1972 veröffentlichte Rudolf Leopold sein wegweisendes Schiele-Gemäldeverzeichnis. 1984 wurden wichtige Werke der Sammlung bei der von Belvedere-Direktor Gerbert Frodl und Rudolf Leopold zusammengestellten Ausstellung „Le arti a Vienna“ gezeigt, die Wiener Kunst von 1900 bis 1918, vom Secessionismus bis zum Expressionismus präsentierte, 1985 die epochale „Traum und Wirklichkeit“-Schau mit Leihgaben und Knowhow unterstützt. 1994 wurde schließlich die Stiftung Leopold gegründet, ehe das für den Erfolg des MuseumsQuartiers essentielle Leopold Museum erbaut und 2001 eröffnet wurde.

Der Cellist Rudolf Leopold, Sohn des Museumsgründers, umrahmte gemeinsam mit der polnischen Pianistin Maria Kasznia die Veranstaltung, unter anderem mit einem Satz aus der Cello-Sonate ihres Landsmannes Frédéric Chopin.

Freundevereinsvorstand Leopold Birstinger verwies am Rande der Veranstaltung auf die erfreuliche Entwicklung des Vereins: „Das Jubiläum steht auch im Zeichen einer beachtlichen Zunahme von Mitgliedern. Allein im Vorjahr gab es um 13 % mehr neue Anmeldungen und der Trend hält an.“ Generell wachse nicht nur die Zahl der Museen, sondern auch das Engagement in Freundevereinen sei verstärkt spürbar. „Der Freundeverein ermöglicht einem breiten, interessierten Publikum nicht nur den uneingeschränkten Zugang zum Museum, sondern bietet darüber hinaus eine Palette von Zusatzleistungen, so z.B. Spezialführungen, Vorträge, Seminare, Konzerte, Kunstmessen, Kunstreisen oder auch Kunst-Brunches und Ermäßigungen im Shop des Leopold Museum“, so Birstinger.

Leopold Museum-Freundevereinsvorstand Werner Sauer liegen die jungen Freundevereinsmitglieder besonders am Herzen: „Für junge Kunstinteressierte haben wir anlässlich des Jubiläums ein besonderes Angebot kreiert. Leopold Live, das junge Kunstabo ist für alle unter 28 Jahren um nur 36 Euro erhältlich.“

Das 15-Jahre-Jubiläum feierten hunderte Freundevereinsmitglieder und Gäste, allen voran „Freunde des Leopold Museum“-Präsident Hans Raumauf und die Vizepräsidenten Leopold Birstinger und RA Thomas Mondl, weiters Volker Anlauf (Schatzmeister), die Freundevereins-Vorstandsmitglieder Prof. Alfons Huber, Univ.-Prof. Fritz Koreny, Marguerite Machek-Vos, Werner Sauer, Geschäftsführerin Gabriele Röder und Felizitas Schreier, Helmut Moser, Vorsitzender des Vorstands der Leopold Museum-Privatstiftung und Stiftungsvorstand Elisabeth Leopold, die Leopold Museum-Direktoren Hans-Peter Wipplinger und Gabriele Langer sowie Claus Raidl, Präsident der Österreichischen Nationalbank und ehemaliger Präsident des Freundevereins, IVA-Präsident Wilhelm Rasinger, die KünstlerInnen Gerda Leopold und Robert Hammerstiel, Theaterdoyen Michael Schottenberg, Galerist Manfred Kopriva, RA Martin Schuppich u.v.a.

Mehr Informationen zu den Freunden des Leopold Museum, zu den Möglichkeiten der Mitgliedschaft, exklusiven Führungen und Ermäßigungen finden Sie hier.

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