Leopold Museum zum 125. Geburtstag von Egon Schiele

11.06.2015

Neuer Guide begibt sich auf Spuren von Klimt und Schiele in Hietzing.

Im Großen Festsaal des Amtshauses Hietzing wurde am Montagabend feierlich die vom Leopold Museum herausgegebene Broschüre "KLIMT & SCHIELE in Hietzing" präsentiert. Mag.a Silke Kobald, Bezirksvorsteherin in Hietzing hatte zu einer Festveranstaltung anlässlich der Vorstellung der Broschüre geladen.

Informativer Guide: So findet man Schiele und Klimt in Hietzing


Dr. Franz Smola, Museologischer Direktor des Leopold Museum (interim.), stellte gemeinsam mit den AutorInnen des Buches, MMag. Stephan Pumberger (Leiter des Egon Schiele-Dokumentationszentrums des Leopold Museum) und Mag.a Birgit Summerauer (Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin, Leopold Museum) den informativen Guide vor, der es allen Interessierten ermöglicht in Hietzing auf den Spuren von Gustav Klimt (1862-1918) und Egon Schiele (1890-1918) zu wandeln. Die Broschüre ist praktisch zu handhaben, so verknüpfen etwa QR-Codes die Orte des Wirkens der Künstler direkt mit Google-Maps.


Klimt und Schiele: Nachbarn im "schönsten Dorf der Monarchie"


Wie die AutorInnen des Guide feststellen, überrascht es, dass Klimt und Schiele, die bis heute zu den weltweit wichtigsten Künstlern zählen, in überraschend enger Nachbarschaft "im schönsten Dorf der Monarchie" (Karl Baedeker) lebten. Der Besucher wird zu jenen Orten in Hietzing geführt, mit denen die beiden Künstler besonders verbunden waren, u.a. ins Café Wunderer, in dem Schiele gerne Billard spielte, oder in die Meierei Tivoli bei Schönbrunn, wo Klimt oft zu Gast war, weiters zu Wohnhäusern, Ateliers und auch zu den Grabstätten der Künstler, die sich gleichfalls in Hietzing befinden. Kurzbiographien zu beiden Künstlern ergänzen den topografischen Rundgang.


Schiele, der größte Zeichner des 20. Jahrhunderts


Dr. Elisabeth Leopold, Vorstandsmitglied der Leopold Museum-Privatstiftung bezeichnete anlässlich der Präsentation der Publikation Egon Schiele als "größten Zeichner des 20. Jahrhunderts" und erzählte von Schieles Aufstieg, an dem ihr Mann, der Sammler Prof. Rudolf Leopold (1925-2010), wesentlichen Anteil hatte. Eine Ausstellung zur modernen österreichischen Kunst im Jahre 1956, die Werke aus der Sammlung Leopold in Amsterdam, Bern und Basel vorstellte, brachte den Durchbruch hinsichtlich der internationalen Wahrnehmung Schieles. Damals hielt der bekannteste Kunstkritiker Deutschlands, Albert Schulze Vellinghausen (1905-1967) in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fest: "Der uns bisher unbekannt gewesene Schiele rückt mit einem Schlag in die erste Reihe der großen europäischen Zeichner".


Die Ateliers von Schiele und Klimt


Stephan Pumberger beschrieb in seinem Festvortrag anschaulich Schieles und Klimts Werke und ihren Bezug zu Hietzing. Sowohl Klimt, dessen Geburtstag sich übrigens am 14. Juli zum 153. Mal jährt, als auch Schiele hatten ihre Ateliers im 13. Bezirk. Klimts Atelier, das dieser seit 1911 benutzte, lag in der Feldmühlgasse, wo sich heute in der "Klimt Villa" eine permanente Gedenkstätte befindet. Schiele hatte zwei Ateliers in Hietzing, nämlich seit 1912 das Atelier in der Hietzinger Hauptstraße 101 und seit dem Sommer 1918 ein zweites Atelier in der Wattmanngasse 6. Im Haus Hietzinger Hauptstraße 114, das Schieles Atelier gegenüberlag, wohnte die Familie seiner Frau Edith Harms. Hier starb Egon Schiele im Alter von nur 28 Jahren, in den letzten Oktobertagen des Jahres 1918, nur drei Tage nach seiner schwangeren Frau Edith. Beide starben an den Folgen der Spanischen Grippe.


12. Juni 2015: Neue Gedenktafel zu Schieles 125. Geburtstag in der Hietzinger Hauptstraße


Im Atelierhaus in der Hietzinger Hauptstraße 101 wird am kommenden Freitag, 12. Juni 2015, also exakt an Schieles 125. Geburtstag, um 14 Uhr eine Gedenktafel feierlich enthüllt, deren Anbringung dank der Unterstützung der Bezirksvorstehung Hietzing und auf Initiative von Prof. Dr. Alfons Huber, Vorstandsmitglied der Freunde des Leopold Museum und ehem. Vorstandsmitglied der Leopold Museum-Privatstiftung möglich wurde. Hietzing-Bezirksvorsteherin Mag.a Silke Kobald, Dr. Elisabeth Leopold und Dir. Dkfm. Hans Raumauf, Präsident der Freunde des Leopold Museum, werden die Tafel enthüllen.


"KLIMT & SCHIELE in Hietzing". Die Broschüre


Die zweisprachige Broschüre (D/E) "KLIMT & SCHIELE in Hietzing. Ein Spaziergang zu den Orten ihres Wirkens" ist 64 Seiten stark, hat 87 Abbildungen und ist im Leopold Museum Shop, in der Klimt Villa und im Bezirksmuseum Hietzing zum Preis von Euro 3,50 erhältlich.

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