Leopold Museum: Kaufmännischer Direktor bis 2016 verlängert

25.06.2010

INFORA-Studie bescheinigt kostenbewusste Führung


Wien - Der Vertrag des kaufmännischen Direktors der Leopold Museum-Privatstiftung wurde vom Vorstand der Stiftung einstimmig um weitere fünf Jahre bis 2016 verlängert.

INFORA Studie

Eine Studie der Unternehmensberatung Infora bescheinigt der Direktion und dem Vorstand eine sehr kostenbewusste Geschäftsführung.
In der Studie heißt es weiter "dies wird auch durch den Vergleich wichtiger kulturwirtschaftlicher Kennzahlen unterstrichen,denn die Kennzahlen für das Leopold Museum sind mit den Kennzahlen der erfolgreichen Bundesmuseen Albertina und Belvedere gut vergleichbar, aber deutlich besser als jene von MAK und MUMOK. Die Besucherzahlen haben sich auf hohem Niveau eingependelt, mit über 300.000 Besuchern ist das Leopold Museum im neunten Betriebsjahr die meistbesuchteste Destination im MuseumsQuartier.

Die Marke "Leopold Museum"

Die Marke "Leopold Museum" konnte am Markt entsprechend positioniert werden, so ist das Museum heute eines der wichtigsten Häuser der klassischen österreichischen Moderne. Mit der
Dauerpräsentation "Wien 1900" und zahlreichen Sonderausstellungen zu diesem Thema (Kolo Moser, Adolf Hölzl, Josef Maria Auchentaller und derzeit Joseph Maria Olbrich)hat man sich auch als Wiens führendes "Jugendstilmuseum" positioniert.

Internationale Kunst im Sammlungskontext

Begleitend dazu werden im Kontext zur Sammlung bedeutende internationale Künstler und Kunstströmungen gezeigt (Deutsche Expressionisten, Ernst Barlach, Edvard Munch und das Unheimliche, Zwischen den Kriegen).

Meisterwerke der Sammlung. Wichtiger Wien-Export

Mit der Organisation von Ausstellungen in den wichtigsten europäischen Metropolen trägt man überdies im Ausland viel zu einem positiven Wien-Bild bei. Weinhäupl, der selbst bei vielen Ausstellungen organisatorisch und (ko-)kuratorisch mitarbeitet, nennt die Zusammenarbeit mit dem museologischen Direktor Prof. Dr. Rudolf Leopold als "anregend, aber reibungslos". "Er ist uns allen ein großer Lehrmeister, niemand ist so innig mit der Kunst verbunden wie Leopold", so Weinhäupl weiters.

Vorhaben

Restitutionsdiskussion:
Lösungen bei Problemfällen

Als wichtigste Vorhaben der nächsten Jahre nennt Weinhäupl rasche Maßnahmen zur Beendigung der Restitutionsdiskussionen. Wir streben für einzelne Problemfälle eine "just and fair solution" im Sinne des Washingtoner Abkommens an, wichtige Schritte in diese Richtung wurden
mit der Einsetzung der zusätzlichen Provenienzforscher und des Gremiums - gemeinsam mit dem BMUKK - gesetzt.

Konsolidierung - Forderung nach Unterstützung seitens der Ministerien

Weiters sei man, so Weinhäupl, bemüht, das Museum auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen, mit 10 Euro Basissubvention pro Besucher sei man gegenüber einem MUMOK (31 Euro) oder einem MAK (48 Euro) klar benachteiligt. Hier erhofft man sich mittelfristig Unterstützung seitens der Ministerien.

Schiele-Zentrum

Eines der wichtigen Vorhaben sei die Einrichtung eines Egon Schiele-Forschungszentrums. Der erste Baustein, die Autographen-Datenbank wird in den nächsten Wochen der Öffentlichkeit präsentiert. Weiters sind eine Schiele-Spezialbibliothek und weitere Publikationen zu Schiele geplant.

Sammlermuseum

Das Haus versteht sich als Sammlermuseum des wichtigsten Schiele-Sammlers Professor Dr. Rudolf Leopold und soll als solchesauch in die Zukunft geführt werden, so Weinhäupl abschließend.

 

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