Robert Russ, Mühle mit Abendhimmel, um 1885 © Leopold Museum, Wien, Inv. 2118

  • Josef Hoffmann, Glasvase im Körbchen, Wiener Werkstätte, Ausführung, 1905 © Leopold Museum, Wien, Inv. 4181

VERBORGENE SCHÄTZE DER SAMMLUNG

Kunstwerke suchen Paten!

Rudolf Leopold, der Gründer des Leopold Museum, war ein von Leidenschaft, Sinn für Qualität und profunder Kenntnis der Materie geprägter Sammler. In seinem Fokus stand nicht nur Etabliertes, sondern oft auch Arbeiten, denen vom herrschenden Kunstbetrieb wenig Beachtung zukam. Gelegentlich fanden sich darunter auch Kunstwerke in prekärem Erhaltungszustand, die Spuren des Gebrauches oder schlechter Lagerung aufwiesen. Nach der im Jahr 1994 erfolgten Gründung der Leopold Museum-Privatstiftung wurden im Zuge der Vorbereitungen der Eröffnung des Hauses im Jahr 2001 zahlreiche Werke konservatorisch betreut und restauriert, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mit der Ausstellung »Verborgene Schätze der Sammlung«, die im Februar 2016 zu sehen war, wies das Leopold Museum auf jenen Sammlungsbestand hin, der bereits in einem restaurierungsbedürftigen Zustand in die Stiftung eingebracht worden war und dessen Konservierung bis zum heutigen Tag aus Zeit- und Geldmangel nicht erfolgen konnte. Dies betrifft nicht nur einige der rund 1000 Gemälde, welche die Sammlung Leopold umfasst; viele restaurierungsbedürftige Werke finden sich auch im Bereich des Kunsthandwerkes. So konnte etwa eine Reihe von Möbelstücken, die im Umfeld von Josef Hoffmann und Koloman Moser um 1900 entstanden sind, aufgrund notwendiger konservatorischer Maßnahmen bisher nicht gezeigt werden. Auch zahlreiche Metallobjekte aus dieser Zeit würden einer dringenden Reinigung bedürfen.

Die Präsentation dieser Arbeiten in ihrem aktuellen Zustand reflektierte nicht nur auf die ureigenste museale Aufgabe des Bewahrens; auch sollen Patenschaften für die Kunstwerke gewonnen werden, um diese Arbeiten mit hoher kunsthistorischer Relevanz einem Restaurierungsprozess zuzuführen. Dies soll ermöglichen, die Werke in Zukunft dauerhaft in die Präsentationen der Sammlung zu integrieren.


Idee & Konzept: Franz Smola, Hans-Peter Wipplinger

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