Gustav Klimt, Attersee Collage © Leopold Museum, Wien, 2017

GUSTAV KLIMT

1862–1918

AM ATTERSEE | 1900
ÖL AUF LEINWAND
80,2 × 80,2 CM


Das Bild ist eine für seine Zeit sehr ungewöhnliche und mutige Darstellung des von Klimt so sehr geliebten Attersees. Mutig vor allem in Hinblick auf die Totalität der wiedergegebenen Wasseroberfläche, die als nahezu abstrakte Farbkomposition den Großteil der Bildfläche ausmacht. Klimt charakterisiert die Wellen als frei gestaltete türkisfarbene Flecken, die nach oben im Bild immer kleiner werden und dadurch die Illusion eines Tiefenraumes suggerieren. Lediglich die dunklen Baumkronen der Insel Litzlberg in der rechten oberen Ecke bilden einen fest umrissenen Punkt am Horizont. Klimt ist in diesem Bild unter all seinen Landschaftsdarstellungen am weitesten in Richtung abstrakte Kunst vorgestoßen. Die ungewöhnliche Türkisfarbe erinnert an zeitgleiche Bilder des französischen Impressionisten Claude Monet, ist aber auch der topografischen Besonderheit des Attersees geschuldet, der an sommerlichen Morgenstunden tatsächlich eine derartige Farbigkeit aufweist.
 

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