Alfred Kubin, Der Mensch, 1902. Collage © Leopold Museum Wien

Alfred Kubin

1877–1959

Der Mensch | 1902
Tusche, Aquarell, Spritztechnik
AUF Katasterpapier
38,5 × 31,4 CM


Auf einer Achterbahn rast ein hilfloser Mensch seinem Schicksal entgegen, ohne auch nur die Möglichkeit zu haben, die Richtung zu ändern oder dem sich in der Ferne abzeichnenden Ende des Gleises zu entgehen. Seine Haare wehen im Wind der rasanten Fahrt. Seine Hände sind hinter dem Rücken zusammengebunden. Sein Gesicht wirkt starr und apathisch. Es ist eine Reflexion über das Schicksal des Menschen im Allgemeinen, die Kubin mit dieser Darstellung zu Papier gebracht hat. 1904 schrieb er in einem Brief an seine Schwester: "Der Tod, das Nichts ist das Ziel der Welt, und mithin ihres Inhaltes, der einzelnen Kräfte, die zusammen die Welt ausmachen. Jeder läuft wie eine Maschine den vorgezeichneten Weg unbedingt ab." Das komische Schicksal des Menschen in düsterer Weltsicht!

Derzeit zu sehen in der Ausstellung "RADEK KNAPP TRIFFT ALFRED KUBIN. Die Stunde der Geburt"
 
Auszug aus dem Buch "Radek Knapp. Die Stunde der Geburt":

"Richtig geraten", staunte der Teufel, "und weil du so gut im Raten bist, erfährst du die Lösung des letzten Rätsels von mir umsonst. Weißt du, was das Resultat von allem ist? Ein Idiot. Er rast, als hätte er statt Beinen Räder, und interessiert sich nur für das, was vor ihm liegt und nicht hinter ihm. Der Fahrtwind macht ihn blind und trotzdem glaubt er alles zu sehen. Er wird hier in dieser Stadt auch Mensch genannt. Mein Bruder kann von diesem Idioten ein Lied singen."

Erhältlich im Leopold Museum Shop!

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