Detail Secession Wien © Leopold Museum

  • Joseph Maria Olbrich, Briefkasten für das Haus Bahr, 1900 © Leopold Museum, Wien.
  • Joseph Maria Olbrich, Wiener Secessionsgebäude, seitliche Ansicht, 1897/98 © Städtische Kunstsammlung Darmstadt, Institut Mathildenhöhe
  • Jopseph Maria Olbrich, Plakat für die ll. Ausstellung der Wiener Secession, 1898 © Hessisches Landesmuseum Darmstadt
  • Joseph Maria Olbrich, Buchillustration aus Joseph Maria Olbrich und Georgina Freiin von Rotsmann, Es war einmal, Darmstadt, 1904 © Städtische Kunstsammlung Darmstadt, Institut Mathildenhöhe
  • Joseph Maria Olbrich, Eingangsportal Ernst-Ludwig-Haus mit Skulpturen von Ludwig Habich, 1901 © Städtische Kunstsammlung Darmstad
  • Joseph Maria Olbrich, Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein (1868-1937), 1907 © Hessische Hausstiftung
  • Jugendstil und Secession Austellungsübersicht © Leopold Museum
  • Jugendstil und Secession Austellungsübersicht © Leopold Museum
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  • Jugendstil und Secession Austellungsübersicht © Leopold Museum
  • Jugendstil und Secession Austellungsübersicht © Leopold Museum
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Jugendstil und Secession

Joseph Maria Olbrich

18. Juni 2010 bis 27. September 2010

Das Leopold Museum zeigt im Sommer des Jahres 2010 in Kooperation mit dem Institut Mathildenhöhe Darmstadt und der Kunstbibliothek - Staatliche Museen zu Berlin die bisher größte Ausstellung zum Werk des Künstlers und Architekten Joseph Maria Olbrich (1867-1908). Die große Retrospektive des Universalkünstlers Joseph Maria Olbrich präsentiert mit mehr als 400 Exponaten das Schaffen Olbrichs und setzt es in den ästhetischen Kontext der Wiener Moderne. Zu den Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen gehören Möbel, Textilien, Zeichnungen und Aquarelle, aber auch kunsthandwerkliche Objekte.


MODERNE FORMEN UND LEBENSWELTEN

Olbrich ist eine der herausragenden Persönlichkeiten in Architektur und Kunstgewerbe der Jahre um 1900 und eng verbunden mit der Entwicklung moderner Formen- und Lebenswelten. Sein 100. Todesjahr 2008 gab Anlass zu einer neuen, vertiefenden Beschäftigung mit seinem überaus komplexen Werk, dessen Spektrum von der Baukunst über die Innendekoration und die Gartenplanung, die angewandte Kunst bis zur industriellen Formgestaltung reicht. Ein im Juli 2008 vom Institut Mathildenhöhe veranstaltetes wissenschaftliches Symposium eröffnete der Forschung, wie dem öffentlichen Interesse, neue Zugänge zum Gesamtwerk Olbrichs. Die Ergebnisse des damit angestoßenen theoretischen Diskurses flossen, ebenso wie vielfältige, teils neu zu Tage geförderte Entwürfe, Pläne und Objekte in diese umfassende Olbrich-Retrospektive ein. Die erste Station der Ausstellung war Darmstadt. Die Schau im Wiener Leopold Museum zeigt Olbrich in unmittelbarer räumlicher Nähe seines Hauptwerks, dem Gebäude des Vereins bildender Künstler Österreichs, der Secession.
Das für die vorletzte Jahrhundertwende geradezu exemplarische Werk Olbrichs konnte,trotz der kurzen Zeitspanne in der es entstand, bislang kaum überschaut werden. Vor 26 Jahren fand die letzte große Olbrich-Ausstellung statt, deren Katalog seit langem vergriffen ist. Eine umfassende Monografie des Künstlers fehlt bis heute. Olbrich gilt als zentrale Gestalt der Reformbestrebungen um 1900, er beeinflusste und prägte die Ideen der nachfolgenden Generationen. So bezogen die Baumeister der Moderne wie Erich Mendelsohn, Bruno Taut und Le Corbusier wichtige Anregungen aus den typischen Gestaltungselementen Olbrichs.


DER „GROSSE“ UNBEKANNTE NEBEN HOFFMANN UND BEHRENS

Da viele Werke Olbrichs durch Kriegseinwirkungen zerstört wurden und die Dokumente zum Schaffen des Architekten an den verschiedensten Orten verstreut sind, ist die Bedeutung des früh verstorbenen Künstler-Architekten im öffentlichen Bewusstsein nicht annähernd so verankert wie etwa die seiner Zeitgenossen Henry van de Velde, Josef Hoffmann oder Peter Behrens. Olbrich ist immer noch der große Unbekannte, dessen Bedeutung oft unterschätzt wird.
 

KUNST UND LEBEN

Olbrich war ein universal schaffender, dem um 1900 virulenten Ideal der Verschmelzung von Kunst und Leben verpflichteter Architekt. Durch die exemplarische Rekonstruktion einzelner Projekte mittels originaler Entwürfe, Modelle, historischer Aufnahmen, Dokumente und Objekte lässt sich der beeindruckende Reichtum an Ideen darstellen. Im Hinblick auf die Entwicklung der Architektur im 20. Jahrhundert wird das schöpferische Potential Olbrichs anhand seiner Beiträge zu Bauaufgaben wie etwa der Gartenstadt oder dem Kleinwohnungsbau dargelegt. Ein wichtiger Aspekt ist die Lebensreform, ein Gedanke, der die Epoche um 1900 prägte und den Olbrich durch eine alles umfassende und harmonisierende Gestaltung umzusetzen suchte. Mit der Präsentation bislang wenig beachteter Bereiche seines Schaffens und der Untersuchung gezielter Fragestellungen, wie die nach der konkreten Zusammenarbeit des Künstlers mit seinen Produzenten, beschreitet die Ausstellung ebenfalls neue Wege. Das Leopold Museum in Wien, das eine der bedeutendsten Sammlungen österreichischer Kunst um 1900 besitzt, zeigt die künstlerische Verankerung Olbrichs in der Wiener Moderne anhand bedeutender Exponate von Otto Wagner, Koloman Moser oder Gustav Klimt.


KATALOG UND BEDEUTUNG DER AUSSTELLUNG

Ziel von Ausstellung und Katalog ist es, durch die zeitgemäße Darstellung und Würdigung des Universalkünstlers Olbrich, die breite Öffentlichkeit und ein internationales Fachpublikum gleichermaßen anzusprechen und zu begeistern. Als Begleitband zur Ausstellung ist eine Monografie erschienen, die neben der umfassenden Präsentation von Olbrichs Werk anhand von vielfältigem und zum Teil bislang unveröffentlichtem Quellen- und Bildmaterial aktuelle Forschungsergebnisse beinhaltet und damit schon jetzt als neues Standardwerk gelten kann. Unter anderem wird Olbrichs wegweisende Rolle für die Entwicklung der modernen Architektur im 20. Jahrhundert und die prägende Wirkung seiner Entwürfe auf nachfolgende Architektengenerationen beleuchtet. An seinem Werk kann exemplarisch die Bedeutung von Architektur und Kunst als Elemente moderner Lebensgestaltung in der Reformbewegung um 1900 dargestellt werden. Die Ausstellung zeigt die Aktualität Olbrich’scher Ideen für den Städtebau und die Gestaltung von Wohn- und Lebensraum. Ausstellung und Publikation sollen Olbrichs Werk einer größeren Öffentlichkeit ins Bewusstsein rufen und neben seiner Bedeutung für Wien, Darmstadt und das Rheinland vor allem auch die internationalen Bezüge seiner Arbeit aufzeigen.


LEBEN UND WERK JOSEPH MARIA OLBRICHS

Der schlesisch-österreichische Architekt Joseph Maria Olbrich (1867-1908) gehört zu den profiliertesten Vertretern der Reformkunst am Beginn der Moderne. Mit grandiosen Bauwerken prägte er das Stadtbild in Wien und Darmstadt. Er begründete seinen Ruhm mit Paradebeispielen für Secessionskunst und Jugendstil. Wie wenige seiner Generation verfügte Olbrich über eine fundierte akademische und baupraktische Ausbildung und hat, anders als Henry van de Velde oder Peter Behrens, nicht den Umweg über die Malerei genommen. Gleichwohl war er ein exzellenter Zeichner und Aquarellist.


WIEN - SECESSION

Seinen Fähigkeiten auf zeichnerischem Gebiet verdankte er die Anstellung im Baubüro des berühmtesten Wiener Jugendstilarchitekten Otto Wagner, ehe er 1898 mit dem Gebäude der Wiener Secession reüssierte. Das spektakuläre Erstlingswerk machte Olbrich schlagartig zu einem der prominentesten Vorkämpfer jener modernen Bewegung, die eine umfassende Erneuerung von Kunst und Kultur ins Auge gefasst hatte. Die Leitideen gipfelten in der Verschmelzung von Kunst und Leben durch eine bewusste Ästhetisierung des Alltags sowie in der forcierten Betonung der Individualität des Menschen durch künstlerische Mittel. Ausdruck dieser Zielvorstellungen waren die bis ins kleinste Detail einheitlich durchgestalteten Innenräume des Jugendstils. Olbrich, wie viele seiner Zeitgenossen von der Idee des »Gesamtkunstwerks« erfüllt, war bereits in seinen Wiener Jahren ein Meister privater Lebensinszenierungen, wie die von ihm eingerichteten Privatwohnungen zeigen.


DARMSTADT - MATHILDENHÖHE

In Darmstadt, wohin er 1899 übersiedelte, sah sich Olbrich vor neue künstlerische Aufgaben und Herausforderungen gestellt. Großherzog Ernst Ludwig hatte ihn in die hessische Residenzstadt berufen, weil er in dem Werk Olbrichs eine österreichische Fröhlichkeit und Leichtigkeit spürte, die seiner Ansicht nach dem deutschen Kunstwesen so sehr fehlte. In der vom Großherzog neu gegründeten Künstlerkolonie spielte Olbrich rasch die Rolle des Primus inter pares. Er entwickelte den Gesamtplan für die legendäre Ausstellung Ein Dokument deutscher Kunst1901, entwarf die meisten Bauten der wachsenden Mustersiedlung und machte die Mathildenhöhe damit zu einer Hochburg des Jugendstils in Deutschland. Von privater Seite erhielt Olbrich zahlreiche Aufträge für Wohnhäuser und für Wohnungseinrichtungen nicht nur in Deutschland, sondern auch im benachbarten Ausland. Er projektierte Großbauten wie Bahnhöfe, Hallenbäder, Hotels und Wassertürme und befasste sich auch mit Gartengestaltung, die für ihn einen integralen Bestandteil seiner Architektur darstellte.


AUF DEM WEG ZUM WELTKULTURERBE

Da Olbrich der maßgeblich prägende Architekt der Mathildenhöhe in Darmstadt war, kommt dem Ausstellungs- und Katalogprojekt auch eine kulturpolitische Aufgabe zu, da sich die Mathildenhöhe mit seinem einzigartigen Jugendstilensemble um die Aufnahme in die Liste der Weltkulturerbestätte der Unesco bewerben möchte.


DESIGN UND KUNSTHANDWERK

Das breite Spektrum der Bauaufgaben findet eine Entsprechung in der Vielzahl und Vielfalt seiner Entwürfe für Gebrauchs- und Ziergegenstände. Ob kunsthandwerklicher Luxusartikel oder preiswertes Serienprodukt – Olbrichs Design spricht vom immensen kreativen Potential dieses hoch begabten Universalkünstlers.


DÜSSELDORF - OLBRICHS LETZTE WIRKUNGSSTÄTTE

Ein weiteres Wirkungszentrum Olbrichs war das Rheinland. 1907 übersiedelte er mit einem Teil seines Baubüros nach Düsseldorf, wo ihn die Errichtung des Warenhauses Tietz sowie die Ausführung einiger Privatvillen in Köln in Anspruch nahmen. In seiner Abwesenheit wuchsen auf der Mathildenhöhe seine letzten Darmstädter Bauten, Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude, empor. Am 8. August 1908 starb Olbrich auf dem Höhepunkt seines Schaffens an Leukämie.



BAUWERKE

1897-1898 Ausstellungsgebäude Wiener Secession, Wien
1899 Haus Stöhr, St. Pölten
        Wohnhaus für Max Friedmann, Hinterbrühl
1899 Clubhaus des Radfahrvereins der Staats- und Hofbeamten, Wien
1899-1900 Wohnhaus für Hermann Bahr, Wien
1900 Haus Stifft, Wien
1900 Häusergruppe für den Bauunternehmer Wilhelm Ganss, Darmstadt
1900-1901 eigenes Wohnhaus, Darmstadt (erheblich verändert)
1900-1901 Wohnhaus für Hans Christiansen, Darmstadt (kriegszerstört)
1900-1901 Wohnhaus für Carl Keller, Darmstadt (kriegszerstört)
1900-1901 Wohnhaus für Julius Glückert, sog. Großes Glückert-Haus, Darmstadt
1900-1901 Wohnhaus für Rudolf Bosselt, sog. Kleines Glückert-Haus, Darmstadt
1900-1901 Wohnhaus für Ludwig Habich, Darmstadt
1900-1901 Ernst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe, Darmstadt
1901 Wohnhaus für Albert Hochstrasser, Kronberg im Taunus
1901 Ausstellungsgebäude für Flächenkunst auf der Mathildenhöhe, Darmstadt (nicht erhalten)
1902 Prinzessinnenhaus im Park des Jagdschlosses Wolfsgarten
1902 Wohnhaus für Carl Kuntze, Berlin-Steglitz
1904 Fassade des Hauses Edmund Olbrich, Troppau
1907 Oberhessisches Haus, Darmstadt (verändert)
1907 Wohnhaus für Hugo Kruska (1. Teil), Köln
1907-1908 Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe, Darmstadt
1907-1909 Warenhaus der Leonhard Tietz AG (heute Kaufhof), Düsseldorf (heute innen stark verändert)
1908 Arbeiterhaus Opel (Musterhaus) auf der Mathildenhöhe, Darmstadt (nicht erhalten)
1908 Villa für Joseph Feinhals, Köln-Marienburg (kriegszerstört)
1908 Wohnhaus für Walther Banzhaf, Köln
1907 Wohnhaus für Hugo Kruska (2. Teil), Köln
1908 Warenhaus für die Theodor Althoff AG, Gladbeck
1908 Wohnhaus für Max Clarenbach, Düsseldorf-Wittlaer (erheblich verändert)


LEBENSSTATIONEN


Joseph Maria Olbrich (* 22. Dezember 1867 in Troppau; † 8. August 1908 in Düsseldorf) Elternhaus Olbrich wurde 1867 als drittes Kind von Edmund und Aloisia Olbrich im schlesischen Troppau (heute  Opava/Tschechien) geboren. Er hatte zwei Schwestern, die vor seiner Geburt gestorben waren, sowie die jüngeren Brüder Johann und Edmund. Sein Vater war ein wohlhabender Konditormeister und Wachshersteller und besaß unter anderem eine Ziegelei, wodurch Olbrichs Interesse am Baugewerbe schon früh geweckt wurde.


Ausbildung

Olbrich besuchte zunächst das Gymnasium in Troppau, welches er jedoch vorzeitig verließ, um bei einem Bauunternehmer als Zeichner zu arbeiten. 1882 ging er nach Wien und trat in die Architekturklasse der Wiener Staatsgewerbeschule ein. Seine Lehrer waren unter anderem Julius Deininger (Vater des Otto Wagner Schülers Wunibald Deininger) und Camillo Sitte.
1886 machte Olbrich sein Abschlussexamen mit der Note
„vorzüglich“. Anschließend kehrte er kurzzeitig nach Troppau zurück, um dort für eine Baufirma als Zeichner zu arbeiten. Ab 1890 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien als Schüler von Karl Freiherr von Hasenauer und gewann mit seinen Entwürfen mehrere Preise, wie den Pein-Preis, den Hofpreis 1. Klasse und den Rom-Preis der Akademie. 1893 trat er in das Büro von Otto Wagner ein. Die meisten Detailpläne für die Gebäude der Wiener Stadtbahn dürften von Olbrich stammen, doch ist dies nicht restlos gesichert. Wagner schätzte ihn sehr, er erwog sogar eine Ehe seiner Tochter mit Olbrich.


Das Secessionsgebäude

1896 entstand wegen der Unzufriedenheit mehrerer Künstler unter der Führung von Gustav Klimt die Wiener Secession als Abspaltung des Wiener Künstlerhauses (Gesellschaft bildender Künstler Österreichs). Da die Gruppe ein eigenes Ausstellungsgebäude benötigte, erhielt Olbrich seinen ersten großen Auftrag und realisierte 1897/98 das Secessionsgebäude. In der Folge baute er auch mehrere Wohnhäuser in Wien und Umgebung, unter anderem das Haus für Hermann Bahr.


Deutschland

Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein (Hessen-Darmstadt) besuchte häufig Wien und war sehr an moderner Kunst interessiert. Auf seine Veranlassung entstand daher 1899 in Darmstadt die Darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe. Zu diesem Zweck holte er Olbrich nach Darmstadt, der schnell zum inoffiziellen Führer der Künstlerkolonie wurde und auch das höchste Gehalt bezog. Am 4. April 1900 bekam er vom Großherzog den Professorentitel verliehen und wurde hessischer Bürger. Olbrich war damals der einzige Architekt in der Künstlergruppe, denn Peter Behrens betätigte sich ursprünglich nur als Maler und Graphiker. Weniger gut kam Olbrich mit dem Verleger Alexander Koch aus, der ihn in seinen für die Kolonie wichtigen Zeitschriften Innendekoration und Deutsche Kunst und Dekoration nur selten erwähnte. 1903 heiratete Olbrich in Wiesbaden Claire Morawe, die geschiedene Frau des Kunstschriftstellers, Malers und Designers Christian Ferdinand Morawe (1865-931).

Die Künstlerkolonie wurde zum Experimentierfeld für Olbrich, wo er auch das Hauptgebäude, das Ernst-Ludwig-Haus, baute. Daneben entstanden diverse Wohnhäuser und provisorische Bauten für die Ausstellungen. Ferner entwarf er Keramikgeschirr für die Künstlerkolonie, die in der Waechtersbacher Keramik produziert wurden, Möbelstücke für Darmstädter Möbelfirmen und Musikinstrumente, wie den Mand-Olbrich-Flügel. Länger als manch anderes Mitglied blieb Olbrich der Kolonie treu. Seine Beiträge zur Louisiana-Ausstellung in St. Louis machten einen so großen Eindruck, dass er – wahrscheinlich auf Veranlassung von Frank Lloyd Wright – korrespondierendes Mitglied des American Institute of Architects wurde. 1906 erhielt er seinen letzten und größten Auftrag: das Warenhaus der Leonhard Tietz AG (später Kaufhof AG) in Düsseldorf. Das Rheinland erschien ihm als lockendes Betätigungsfeld, da er hier anscheinend leichter an solche großen, monumentalen Projekte kam als in Darmstadt, wo die Künstlerkolonie außer dem Großherzog nur wenige Auftraggeber hatte.


Kurz nach der Geburt seiner Tochter Marianne am 19. Juli 1908 starb Olbrich – nur 41 Jahre alt – am 8. August in Düsseldorf an Leukämie. Vier Tage später wurde er in Darmstadt auf dem alten Friedhof beerdigt.


1924 wurde die Olbrichgasse in Wien-Meidling und in den 1960er Jahren die Joseph-aria-Olbrich-Straße in Düsseldorf-Garath nach dem Architekten benannt.

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