Florentina Pakosta, Faust, 1980 © Leopold Museum, Wien

  • Florentina Pakosta, 1992/2, 1992 © UNIQA Versicherungen AG, (c) VBK Wien, 2011
  • Florentina Pakosta, Bildnis Alfred Hrdlicka, 1983 © Besitz der Künstlerin, (c) VBK Wien, 2011
  • Florentina Pakosta, Lachen! Selbstbildnis, 1987-2004 © Besitz der Künstlerin, (c) VBK Wien, 2011
  • Florentina Pakosta, Selbstbildnis mit violettem Hintergrund, 1979 © Besitz der Künstlerin, (c) VBK Wien, 2011
  • Florentina Pakosta, Sich formierende Männergesellschaft, 1996 © UNIQA Versicherungen AG, (c) VBK Wien, 2011
  • Florentina Pakosta, Saxophonspieler, 1961 © Arbeiterkammer Wien, (c) VBK Wien, 2011
  • Florentina Pakosta, Blechhut, 1987 © Museum der Moderne Salzburg, Inv. BS 10496, Fotograf: Hubert Auer, (c) VBK Wien, 2011
  • Florentina Pakosta, WC-Muschel mit Leisespüler. Klassisches Modell, 1981 © Besitz der Künstlerin, (c) VBK Wien, 2011
  • Florentina Pakosta, Chaud et Froid, 1983 © Bank Austria Kunstsammlung, Wien, (c) VBK Wien, 2011

Florentina Pakosta

im Leopold Museum

21. Jänner 2011 bis 14. April 2011

Die erste Ausstellung des Leopold Museum im Jahr 2011 ist der österreichischen Künstlerin Florentina Pakosta (*1933) gewidmet. Die Schau vermittelt mit rund 150 Arbeiten einen umfassenden Überblick über das bisherige Schaffen dieser herausragenden zeitgenössischen Künstlerin. Die Ausstellung wurde noch von Professor Dr. Rudolf Leopold persönlich initiiert, der die Rudolf Leopold schätzte die Malerin und Grafikerin sehr schätzte. Neben Maria Lassnig (*1919) und VALIE EXPORT (*1940) ist Florentina Pakosta eine der wichtigsten Künstlerinnen des Feminismus in Österreich.

Im Gegensatz zu den Lehrinhalten der Akademie und zu den gesellschaftlichen Konventionen weiblicher Kunstausübung schuf Florentina Pakosta bereits inden 1950er Jahren authentische Skizzenblätter im Stil einer Sozialreportage in Bleistift, Bister und manchmal auch Lippenstift mit anonymen Charakteren aus der Lokalszene rund um den Wiener Prater. Aus der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der Gattung Selbstporträt entsteht der Radierzyklus »Paraphrasen zu Franz Xaver Messerschmidts Charakterköpfen«. Aus materieller Not, da sie sich keine teuren Farben leisten konnte, entwickelt Pakosta in der Folge den in der österreichischen Kunst damals vollkommen neuartigen Zyklus der »Gesichtsbildungen« in großformatigen, photorealistischen Kreidezeichnungen mit feministischer und gesellschaftskritischer Aussage. Im Stil einer politisch engagierten Pop Art entstehen gleichzeitig satirische Blätter in einer grotesk-witzigen, hellsichtigen Analyse des geschlechtsspezifischen Status Quo.

Die Erfahrung männlicher Dominanz in Politik und Kultur stellt sie Ende der 1970er und am Beginn der 1980er Jahre in einem Zyklus großformatiger, typologisierter Männerbildnisse im Stil der politischen Medienkultur zur Diskussion. Parallel dazu schuf sie eine außergewöhnliche Serie mit Darstellungen von Händen in einer expressiven Gestik im Plakatformat.

Das Verschwinden des Subjekts in der Massengesellschaft, in der Bilderflut der Informationsmedien und im Konsumismus sowie die Fremdbestimmung im Alltag durch Massenproduktion visualisiert sie im Gemäldezyklus von Menschenmassen und »Gegenstandslandschaften« auf einzigartige Weise.
Schließlich gelangt Florentina Pakosta in ihrer aktuellen Serie der »Trikoloren Bilder«, die auf formalen Elementen dieser Stillleben basiert zum Verzicht auf das Gegenständliche in einer Revision der konstruktivistischen Gestaltungsweise, wobei jeweils drei Farben zur Anwendung kommen. Sie reagiert damit bereits 1989 auf einzigartige Weise auf die Zeitereignisse rund um dem Fall der Berliner Mauer und dem Zusammenbruch des Ostblocks mit dem prognostizierten Ende der bis dahin vorherrschenden politischen Ideologien. Mit diesen großartigen Werken leistet sie einen aktuellen Beitrag zur geometrischen Abstraktion von internationaler Tragweite. Florentina Pakosta ist heute in allen wichtigen Ausstellungen und Publikationen zur zeitgenössischen Kunst in Österreich und in vielen bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.


Biografie:

1933 wird Florentina Pakosta in Wien geboren
1952-1956 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Prag bei V. Silovský und M. Holý; Paris: Aufenthalt und Studium an der Académie de la Grande Chaumière Aufenthalte in Venedig, Prag und Amsterdam
1956-1960 Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Josef Dobrowsky
1963 Studium an der École des Beaux-Arts de Paris
1971 Mitglied der Wiener Secession
ab 1972 beschäftigt sich Pakosta mit dem Werk Franz Xaver Messerschmidts (Bildhauer, 1736-1783)
ab 1975 großformatige Zeichnungen der Gesichtsbildungen und Publikationen eigener Prosatexte
1975 erhält Florentina Pakosta den Theodor Körner-Preis
ab 1977 Anwendung der Schablonentechnik
ab 1979 Beschäftigung mit dem Thema »Gestik« und »Menschenmassen«
1984 Pakosta erhält den Preis der Stadt Wien für Grafik
ab 1987 »Gegenstandslandschaften«
1989 Serie der »Trikoloren Bilder«

Zahlreiche Personalausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Österreich und international, in Wien u.a. in: Secession, Albertina, Belvedere, Wien Museum; Museum der Moderne Salzburg Rupertinum, Österreichisches Kultur institut Rom.
Florentina Pakosta lebt und arbeitet in Wien.

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